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Schuljahr 2026/27

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EST / WERKMEISTERSCHULE Elektrotechnik und Steuerungstechnik Abteilung Maschinenbau. 2. bis 4. Semester. Maschinenbau2.–4. SemesterBGBl. II Nr. 256/2008
GEGENSTANDSBESCHREIBUNG

Gesetzliche Grundlage: Auszug aus dem BGBl. II – Ausgegeben am 16. Juli 2008 – Nr. 256
Zielgruppe: Studierende der Werkmeisterschule für Berufstätige (Fachrichtung Maschinenbau)

Lehrstoffübersicht nach Semestern: 2. Semester Grundlagen der Elektrotechnik & Messtechnik (40 UE), 3. Semester Elektrische Antriebe und Anlagensicherheit, 4. Semester Steuerungstechnik und Industrielle Automation (20 UE).

BILDUNGS- UND LEHRAUFGABE Die Studierenden sollen
  • die grundlegenden physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Elektrotechnik beherrschen und sicher anwenden können,
  • ingenieurmäßige Problemstellungen und praxisorientierte Standardlösungen in der industriellen Elektroinstallation und Antriebstechnik analysieren und bewerten können,
  • die Wirkungsweise, Einsatzkriterien und Grenzen der wichtigsten elektrotechnischen Mess-, Schalt-, Steuer- und Schutzgeräte für maschinenbauliche Anwendungen verstehen und anwenden.

Hinweis zur Didaktik: Die Stoffvermittlung und exemplarischen Vertiefungen erfolgen praxisorientiert und sind spezifisch auf das Anforderungsprofil von Führungskräften und Fachmeisterinnen/-meistern im Maschinenbau abgestimmt.

LEHRSTOFF 2. Semester Grundlagen der Elektrotechnik & Messtechnik (40 UE)
1. Grundlagen der Gleichstromtechnik2. Semester
Physikalische Grundgrößen und Einheiten: Elektrische Ladung, Stromstärke, Spannung, Potenzial, elektrischer Widerstand und Leitwert Grundgesetze des Gleichstromkreises: Ohmsches Gesetz, Temperaturabhängigkeit von Leitern und Halbleitern Netzwerkanalyse: Kirchhoff’sche Regeln (Knoten- und Maschenregel), Reihen-, Parallel- und Gruppenschaltung, Spannungsteiler und Brückenschaltungen Energetische Grundlagen: Elektrische Arbeit (W), elektrische Leistung (P), Stromwärmegesetz (Joule’sche Wärme), Wirkungsgrad (η) und Verlustleistungsbetrachtungen Gleichstromquellen: Reale Spannungs- und Stromquellen, Leerlaufspannung, Kurzschlussstrom, Innenwiderstand, Leistungsanpassung
2. Grundlagen der Wechsel- und Drehstromtechnik2. Semester
Periodische Wechselgrößen: Sinusförmige Größen, Amplitude, Scheitelwert, Effektivwert, Periodendauer, Frequenz und Kreisfrequenz Reaktive Komponenten im Wechselstromkreis: Ideale und reale Spule (Induktivität, induktiver Blindwiderstand), idealer und realer Kondensator (Kapazität, kapazitiver Blindwiderstand) Zusammenwirken der Komponenten: Zeigerdiagramme, Phasenverschiebung (φ), Impedanz und Admittanz, komplexe Widerstände (qualitativ) Leistungen im Wechselstromkreis: Wirk-, Blind- und Scheinleistung (P, Q, S), Leistungsdreieck, Leistungsfaktor (cos φ) und Grundlagen der Blindleistungskompensation Mehrphasensysteme (Dreiphasen-Wechselstrom / Drehstrom):
  • Entstehung des Drehstromsystems, Strang- und Leiterspannungen, Verkettungsfaktor (√3)
  • Stern- und Dreieckschaltung: symmetrische und unsymmetrische Belastungsfälle, Neutralleiterfunktion
  • Drehstromleistung: Wirk-, Blind- und Scheinleistungsberechnung im Drehstromnetz
3. Elektrische Messtechnik und Sensorik2. Semester
Messtechnische Grundlagen: Messkette, Messfehler, Messgenauigkeit, Genauigkeitsklassen nach Norm Messung elektrischer Größen: Messung von Strom, Spannung, Widerstand und Leistung; Digitalmultimeter, Strommesszange, Oszilloskop (Grundfunktion) Messung nichtelektrischer Größen (Sensorik im Maschinenbau):
  • Weg-, Abstands- und Positionsmessung (induktiv, kapazitiv, optisch, Ultraschall)
  • Temperaturmessung (Widerstandsthermometer Pt100/Pt1000, Thermoelemente)
  • Druck- und Kraftmessung (Dehnungsmessstreifen DMS, piezoelektrische Sensoren)
  • Drehzahl- und Durchflussmessung
LEHRSTOFF 3. Semester Elektrische Antriebe und Anlagensicherheit
1. Elektrische Maschinen und Antriebe3. Semester
Konstruktions- und Funktionsprinzipien: Elektromagnetische Kraftwirkung, Drehmomentbildung und Grundgleichungen Drehstromasynchronmaschine (Standardantrieb im Maschinenbau):
  • Aufbau: Stator, Kurzschlussläufer (Käfigläufer), Schleifringläufer
  • Betriebscharakteristik: Drehzahl-Drehmoment-Kennlinie, Bemessungswerte (Typenschild), Schlupf
  • Anlaufverfahren: Direktanlauf, Stern-Dreieck-Anlauf, Sanftanlasser (Softstarter)
Gleichstrommaschinen: Aufbau, Erregungsarten (Nebenschluss, Reihenschluss, Fremderregung), Betriebsverhalten und Regeleigenschaften Servomotoren und Schrittantriebe: Synchron-Servomotoren, Schrittmotoren in Positioniersystemen und Werkzeugmaschinen
2. Installation von Antrieben, Schaltgeräte & Schutzkonzepte3. Semester
Schalt- und Schutzorgane für Motoren: Schütze, Motorschutzschalter, Bimetallrelais, Leitungsschutzschalter, Schmelzsicherungen, Selektivität Personen- und Anlagenschutz:
  • Gefahren des elektrischen Stromes, physiologische Grenzwerte
  • Schutzkonzepte nach OVE: Basisschutz, Fehlerschutz (automatische Abschaltung), Zusatzschutz (FI / RCD)
  • Erdung, Potenzialausgleich und Schutzleiterquerschnitte in Maschinen und Anlagen
Betriebs- und Schutzarten: IP-Schutzarten (DIN EN 60529), Kühlungsarten, Isolierstoffklassen, Aufstellungsbedingungen im Industrieumfeld
LEHRSTOFF 4. Semester Steuerungstechnik und Industrielle Automation (20 UE)
1. Allgemeine Grundlagen der Systemtechnik4. Semester
Begriffsdefinitionen: Steuern vs. Regeln nach DIN 19226 / DIN IEC 60050 (offener Wirkungsablauf vs. geschlossener Regelkreis) Regelkreisstrukturen: Führungsgröße, Stellgröße, Regelgröße, Störgrößen, Stetige und unstetige Regler (Zweipunktregler, PID-Regler im Überblick)
2. Steuerungsarten, Signalverarbeitung und Bauelemente4. Semester
Klassifizierung von Steuerungen:
  • Nach der Programmart: Verbindungsprogrammierte Steuerungen (VPS) vs. speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS)
  • Nach dem Signalverlauf: Binäre, analoge und digitale Steuerungen
  • Nach dem Steuerungsablauf: Verknüpfungs- und Ablaufsteuerungen
Hardwarekomponenten: Taster, Schalter, Relais, Leistungsschütze, Näherungsschalter, Signalwandler und Aktorik (Ventile, Stellglieder)
3. Industrielle Steuerungstechnik und Praxisanwendungen im Maschinenbau4. Semester
Logische Grundfunktionen: UND, ODER, NICHT, NAND, NOR, XOR, Wertetabellen, Funktionspläne Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS):
  • Modularer Aufbau: CPU, digitale und analoge Ein-/Ausgangsbaugruppen, Bussysteme
  • Programmiersprachen nach IEC 61131-3 (Kontaktplan KOP, Funktionsbausteinsprache FBS, Strukturierter Text ST)
Anwendungsorientierte Realisierungen:
  • Motorwendeschaltungen, Stern-Dreieck-Steuerungen
  • Verriegelungs-, Folge- und Verknüpfungsschaltungen
  • Sicherheitsgerichtete Steuerungen: NOT-HALT-Konzepte, Sicherheitsrelais und zweikanalige Sicherheitsarchitekturen nach Maschinenrichtlinie / EN ISO 13849